5. Sommerferienwoche - die Mehrgenerationenfahrt nach Hamburg  

Zum zweiten Mal haben wir eine Ferienfreizeitfahrt für alle Generationen angeboten. Vor zwei Jahren ging es nach Berlin, in diesem Jahr nach Hamburg.

Montagmorgen starteten wir mit drei vollbesetzten Kleinbussen voller Elan zum „Tor in die Welt“, nach Hamburg. Hamburg ist eine Stadt, die viel zu bieten hat und sich in jeder Hinsicht erstklassig präsentiert, sieht man vom Fußball mal ab.

Aber Losfahren garantiert noch nicht das Ankommen. Den Km 117,8 auf der A7 behalten ganz sicher alle Reisenden in bleibender Erinnerung. So war ein spontaner Gedanke von einigen TeilnehmerInnen, diesen Pressebericht mit „Mehrgeneration-Geduldsfahrt Allertal Ost“ zu betiteln.

Was war passiert? Bei einem unserer drei gemieteten Kleinbusse stellte die Kupplung mitten in einer Baustelle (ohne Seitenstreifen) bei dichtem Verkehr ihren Dienst ein. Vom Zeitplan her wollten wir um 14 Uhr frisch geduscht unser Hamburger Quartier in Richtung Hafenrundfahrt verlassen. Stattdessen standen 9 Leute von uns stundenlang bei gleisender Hitze im Baustellenbereich und warteten auf den Abschleppwagen und ein zusätzliches Taxi, um überhaupt nach Allertal Ost auf den Rastplatz zu kommen (die übrigen warteten auch sehr lange auf die Weiterreise). Zum Glück ist alles ohne Personenschaden ausgegangen.

Nach 20 Uhr und vielen Telefonaten später, kamen dann die letzten Helden von Allertal glücklich im Quartier an. Aircondition? Nein, aber da ohnehin nur einer der Busse über eine funktionierende Klimaanlage verfügte, fiel die Umstellung nicht so schwer. Dafür gingen wir verschwitzt, aber voller Vorfreude auf die nächsten Tage erst einmal zum Pizzaessen und fuhren anschließend zu den St. Pauli Landungsbrücken, liefen zur Davidwache und über die Reeperbahn. Es war ganz schön spannend und man fragte sich mehr als einmal, wer von den vielen Menschen wohl die Touristen sind. Am nächsten Tag holten wir dann die Hafenrundfahrt nach. Wir hatten bei Käpt‘n Schwarz gebucht und es stellte sich heraus, dass es Frau Kapitän Schwarz war. Sie schipperte uns ebenso flott an Bord der MS „Nina“ durch den Hafen, wie dieser uns von unserem Reisebegleiter erklärt wurde. Mein persönliches Highlight. Anschließend ging es in den Hagenbeck-Zoo, wo ja ein niedliches Trampeltier wohnt, dessen Namensvetterin einigen wohlbekannt ist. Es war richtig heiß, wen wundert es da, dass die Eisbäranlage besonders gerne angesteuert wurde.

Am nächsten Tag war es noch heißer. Einige zog es ins Schwimmbad, andere gingen Shoppen und eine kleine Gruppe besuchte der Hitze zum Trotz die KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Dort wurden rote Backsteine für die Stadt Hamburg von den „Schutzhäftlingen“ (ein Euphemismus für Menschen, die ohne rechtstaatliche Handhabe festgesetzt und unter extrem inhumanen Bedingungen zu körperlicher Schwerstarbeit gezwungen wurden)  hergestellt. In Neuengamme und seinen Nebenlagern sind Schätzungen zufolge ca. 43.000 Menschen aus 12 Ländern ums Leben gekommen.

Am Abend besuchten wir alle dann noch das Duckstein Festival in der Speicherstadt. Viele Buden drängten sich über Brücken und Wege und wetteiferten mit ihrer Angebotsvielfalt um die Gunst der Besucher. Wir schauten Straßenkünstlern bei ihren Darbietungen zu, bewunderten die angebotenen Waren oder verwöhnten uns mit Fischbrötchen und  Schmalzkuchen. Auch konnte das eine oder andere Pokémon gefangen werden.

Ja und dann hieß es wieder ‚auf nach Hause‘. Mit inzwischen 2 Autos und 2 Bussen machten wir uns auf den Weg, legten noch einen Zwischenstopp im Miniaturmuseum ein (sehr empfehlenswert!) und schon hatte uns die wunderbare Welt der Staus und Umleitungen wieder. 20 Uhr haben wir dann auch nicht geschafft, aber bis zum Schluss gute Laune - das ist doch auch was. Ganz herzlich bedanken wir uns bei unseren ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen. Ihr habt euch mal wieder selbst übertroffen! Und ein herzlicher Dank geht auch an unsere Teilnehmer und Teilnehmerinnen für eure Geduld am ersten Tag. Das war nicht einfach. Aber mit euch kann man echt was anfangen. Ihr seid eine tolle Gruppe. :-)

Alexandra und Susann