Feuerwehr Friedewald blickt auf arbeitsreiches Jahr – Gemeinde plant weitere Investitionen

17.03.2026

Motzfeld. Auf ein ereignisreiches Jahr blickte die Freiwillige Feuerwehr Friedewald-Lautenhausen und Dreienberg-Süd während ihrer Jahreshauptversammlung im Dorfgemeinschaftshaus Motzfeld zurück. Gemeindebrandinspektor Mathias Kehr begrüßte zahlreiche aktive und passive Mitglieder sowie Vertreter der Gemeinde, darunter Bürgermeister Julian Kempka.

In seinem Jahresbericht informierte Kehr über die Einsätze und Aktivitäten der Wehr im vergangenen Jahr. Insgesamt 63 aktive Einsatzkräfte – darunter 55 Männer und acht Frauen – stehen derzeit in den Reihen der Feuerwehr. Sie wurden zu 36 Einsätzen alarmiert. Diese verteilten sich auf sieben Brände, 17 technische Hilfeleistungen sowie zwölf Fehlalarme.

Neben den Einsätzen nahm auch die Aus- und Fortbildung viel Raum ein. Insgesamt absolvierten die Einsatzkräfte 31 Ausbildungs- und Übungsdienste sowie zwei Alarmübungen. Ergänzend fanden eine Unterweisung im Bereich UVV-Atemschutz sowie mehrere Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene statt.

Kehr bedankte sich bei den Feuerwehrkameradinnen und -kameraden für deren Einsatzbereitschaft sowie bei den kommunalen Gremien für die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung der Feuerwehr.

Auch die Nachwuchsarbeit spielt weiterhin eine wichtige Rolle. Gemeindejugendwart Alexander Kirchhoff berichtete, dass aktuell zwölf Jugendliche – sieben Jungen und fünf Mädchen – in der Jugendfeuerwehr aktiv sind. Höhepunkte des vergangenen Jahres waren unter anderem der gemeinsame Frühjahrsdienst sowie die Teilnahme am Kreisjugendfeuerwehrtag.

Über ein ebenfalls lebendiges Programm konnte Lena Mohr von der Bambinifeuerwehr „Löschgänse“ berichten. Insgesamt 21 Kinder werden dort von zehn Betreuerinnen und Betreuern begleitet. Neben spielerischen Ausbildungsinhalten standen unter anderem ein Hutzelfeuer, eine Faschingsfeier, ein Erste-Hilfe-Nachmittag sowie eine Brandschutzübung im Kindergarten auf dem Programm.

In seinem Grußwort ging Bürgermeister Julian Kempka besonders auf die Bedeutung der Feuerwehren für die Sicherheit der Bevölkerung ein. Sicherheit werde im Alltag oft als selbstverständlich wahrgenommen, erklärte er. Erst wenn Krisen oder Katastrophen eintreten, werde deutlich, wie wichtig funktionierende Strukturen im Katastrophenschutz seien.

Mit Blick auf internationale Krisen machte Kempka deutlich, dass Katastrophenschutz auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewinne. Die Feuerwehren seien dabei eine zentrale Säule der Gefahrenabwehr – nicht nur bei Bränden oder Verkehrsunfällen, sondern auch bei außergewöhnlichen Schadenslagen.

Vor diesem Hintergrund berichtete der Bürgermeister über mehrere geplante Maßnahmen der Gemeinde zur Stärkung des Brand- und Katastrophenschutzes. So beschäftige sich die Kommune bereits intensiv mit möglichen Krisenszenarien wie länger andauernden Stromausfällen. Um im Ernstfall vorbereitet zu sein, soll das Feuerwehrgerätehaus in Friedewald künftig mit einem Notstromaggregat ausgestattet werden. Dadurch könnte das Gebäude – ebenso wie die benachbarte Festhalle – bei Bedarf als sogenannte Wärmeinsel für die Bevölkerung dienen.

Auch bei der technischen Ausstattung der Feuerwehr sind weitere Investitionen vorgesehen. Im Haushaltsentwurf ist für das Jahr 2027 die Anschaffung eines neuen Löschgruppenfahrzeugs für den Katastrophenschutz (LF 10 KatS) vorgesehen. Die Gemeinde plant hierfür rund 180.000 Euro ein. Das Fahrgestell soll vom Land Hessen gefördert werden, zusätzliche Mittel könnten aus Bundesprogrammen zur Stärkung des Katastrophenschutzes kommen.

Darüber hinaus investiert die Gemeinde auch in die persönliche Schutzausrüstung der Einsatzkräfte. Für neue Einsatzkleidung sind im Haushaltsplan 2026 rund 19.000 Euro vorgesehen. Nach einem Vergleich verschiedener Anbieter entschied man sich gemeinsam mit den Wehrführungen für Ausrüstung des Herstellers Watex.

Weitere Investitionen betreffen das Feuerwehrgerätehaus in Friedewald. Dort sollen unter anderem neue Hallentore installiert werden. Für diese Maßnahme sind rund 35.000 Euro vorgesehen. Zusätzlich wurden Mittel für verschiedene Ausbildungsmaßnahmen, unter anderem im Bereich Türöffnung, Motorsägenarbeit sowie für ein Ausbildungswochenende eines Waldbrandteams, eingeplant. Auch die Beschaffung neuer Schläuche wurde entsprechend der Bedarfsplanung der Feuerwehr berücksichtigt.

Trotz der angespannten Haushaltslage vieler Kommunen betonte Kempka, dass die Gemeinde Friedewald weiterhin in ihre Feuerwehren investieren wolle. Eine gute Ausbildung und moderne Ausstattung seien entscheidend, damit die Einsatzkräfte ihre Aufgaben auch künftig zuverlässig erfüllen könnten.

Auch Kreisbrandmeister Patrick Kniest sowie der stellvertretende Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Thomas Specht, richteten Grußworte an die Versammlung und unterstrichen die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit in den Feuerwehren.

Zum Abschluss der Versammlung standen noch Ernennungen, Beförderungen und Ehrungen auf dem Programm.

 Ehrungen und Beförderungen

Ernennung Feuerwehrmann Anwärter: Kevin Kaiser, Simon Schlotzauer, Rocel Schneider

Beförderung Feuerwehrmann: Thomas Schröter, Adrian Sieling, Yannis Will, David Werner

Beförderung Hauptfeuerwehrmann: Lutz Schütrumpf

Beförderung Löschmeister: Jan Schütrumpf

Silbernes Brandschutzehrenzeichen am Bande für 25 Jahre aktive Dienstzeit: Matthias Dehn, Jan Müller

Ehrenplakette in Bronze für 25 Jahre ehemalige Aktive: Andreas Roßkopf, Andreas Deisenroth, Matthias Dehn

Ehrenplakette in Silber für 40 Jahre ehemalige Aktive: Alexander Hille, Udo Badel

Ehrenplakette in Gold für 50 Jahre ehemalige Aktive: Peter Hüchel

Ehrenplakette in Gold für 60 Jahre ehemalige Aktive: Werner Riebold

Ehrennadel in Bronze für 25 Jahre Vereinsmitgliedschaft: Heidi Schütrumpf, Hans-Martin Höll

Ehrennadel in Bronze für 40 Jahre Vereinsmitgliedschaft: Dieter Siebold