Glasfaserausbau in den Ortsteilen durch Goetel vorerst ausgesetzt – Gemeindeverwaltung prüft alternative Lösungen

04.03.2026

Die Firma Goetel wird den geplanten Glasfaserausbau in den Ortsteilen der Gemeinde weder im Jahr 2026 noch – nach aktuellem Stand – im Jahr 2027 umsetzen. Dies hat Goetel der Gemeinde mitgeteilt.

Hintergrund sind die derzeit angespannte wirtschaftliche Situation des Unternehmens sowie umfangreiche interne Umstrukturierungen. Goetel hat aus Kostengründen Personal abgebaut und überprüft aktuell gemeinsam mit seinem Investor sämtliche geplanten Maßnahmen und Projekte erneut auf ihre Wirtschaftlichkeit. Für das Jahr 2026 verfolgt das Unternehmen nach eigenen Angaben das Ziel, zunächst alle bereits begonnenen Baustellen abzuschließen, bevor neue Ausbauprojekte gestartet werden.

Bürgermeister Julian Kempka zeigt sich über diese Entwicklung enttäuscht:
„Ich bin sehr enttäuscht darüber, dass Goetel unsere Gemeinde nun bereits zum dritten Mal vertröstet. Für unsere Bürgerinnen und Bürger ist diese erneute Verzögerung nur schwer nachvollziehbar.“

Gleichzeitig stellt Bürgermeister Kempka klar, dass sich die Gemeinde weiterhin aktiv für eine leistungsfähige digitale Infrastruktur einsetzen wird:
„Unabhängig von der Entscheidung von Goetel werde ich mich weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass der Glasfaserausbau in allen Ortsteilen realisiert wird.“

Vor diesem Hintergrund prüft die Gemeindeverwaltung derzeit alternative Wege, insbesondere den geförderten Glasfaserausbau. In diesem Zusammenhang sind in nächster Zeit Termine und Gespräche vorgesehen, bei denen diese Möglichkeit konkret in Augenschein genommen wird. Ein solcher Ausbau würde bedeuten, dass die Gemeinde selbst Leerrohre verlegt, während ein Telekommunikationsanbieter anschließend das Glasfaserkabel einbläst und den Betrieb übernimmt – vorbehaltlich der Entscheidung der politischen Gremien.

Die Verlegung der Leerrohre kann unter bestimmten Voraussetzungen mit bis zu 90 Prozent gefördert werden. Um entsprechende Fördermittel beantragen zu können, müssen jedoch noch mehrere formale Schritte erfolgen. Dazu zählen unter anderem die Durchführung eines Markterkundungsverfahrens sowie eines Branchendialogs. Diese Themen werden derzeit intensiv geprüft und werden noch Zeit in Anspruch nehmen.

Die Gemeindeverwaltung wird die Bürgerinnen und Bürger transparent und regelmäßig über den weiteren Verlauf und nächste Schritte informieren.