Gewerbeentwicklung in Friedewald

02.11.2020

Ungeachtet der aktuellen Diskussion um die Ausweisung eines möglichen Gewerbegebietes „Am Wolfstall“ steht die weitere Gewerbeentwicklung in Friedewald aufgrund der hohen Nachfrage regelmäßig auf der Agenda der gemeindlichen Gremien.

Überlegungen für ein interkommunales Industrie- und Gewerbegebiet an der Bundesstraße 62 im Bereich der Abfahrt nach Lautenhausen wurde aufgrund einer nicht möglichen Eigentumsverschaffung verworfen. „Wir akzeptieren es, wenn Grundstückseigentümer ihre Flächen nicht einbringen wollen und schauen daher nach alternativen Lösungen“, erläutert Bürgermeister Dirk Noll.

Favorisiert wird nun die Waldfläche entlang der Autobahn in östlicher Verlängerung des vorhandenen Gewerbegebietes. So wurde kürzlich der nachstehende gemeinsame Antrag der Fraktionen von SPD und OL einstimmig von der Gemeindevertretung verabschiedet:

Die Gemeindevertretung der Gemeinde Friedewald beauftragt den Gemeindevorstand, beim Regierungspräsidium eine Abweichung vom aktuellen Regionalplan Nordhessen und die entsprechende Aufnahme in die anstehende Neuaufstellung des Regionalplans Nordhessen zu beantragen, um ein neues Gewerbe- und Industriegebiet in östlicher Richtung zum bestehenden Gewerbegebiet (zwischen Autobahn und der Landesstraße nach Hönebach) auf den Weg zu bringen.

Parallel dazu wird der Gemeindevorstand gebeten, mit dem Eigentümer (Land Hessen) in Kontakt zu treten, um Teilflächen zu erwerben und ggf. Erweiterungen vertraglich zu sichern.

Hierzu fanden zwischenzeitlich Gespräche mit Vertretern von Hessen Forst und dem Regierungspräsidium statt. Demnach ist die Entwicklung in diesem Bereich zwar schwierig, aber nicht ausgeschlossen. Schwierig insbesondere wegen der Suche nach notwendigen Freiflächen für erforderliche Wiederaufforstungsmaßnahmen sowie nach Ersatzmaßnahmen für dort befindliche Kompensationen aus dem Autobahnbau. Darüber hinaus sind dort Windvorrangflächen ausgewiesen. „Windvorrang muss nicht unbedingt nachteilig sein, da mittlerweile fast alle Firmen auf regenerative Energien setzen, die wir dann vor der Haustür hätten“, erläutert Bürgermeister Dirk Noll.

„Die vorhandenen Gewerbebetriebe mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ob Handwerker, Logistiker oder alle anderen, haben in den vergangenen Jahren den positiven Weg unserer Gemeinde ermöglicht. Über 2.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, geringe Steuerhebesätze, ein hervorragendes infrastrukturelles Angebot, eine politisch konstruktive Auseinandersetzung in den Gremien sowie die positive Nachfragesituation bei Gewerbe-, Wohnungs- und Wohnhausbau zeugen davon. Deshalb sollten wir auch zukünftig eine weitere Gewerbeentwicklung in Friedewald vorantreiben“, erläutert der Bürgermeister.

„Anregungen und Bedenken aus der Bevölkerung werden wir dabei, wie schon in der Vergangenheit, hören und ernst nehmen“, so der Bürgermeister abschließend.