Projekt: Existenzgründung und Arbeitserhalt in Friedewald

26.06.2015 Um „Chancen und Möglichkeiten der Regionalvermarktung und von Gründungen im Handwerk, Dienstleistungen und Gewerbe“ ging es in einem weiteren Informations-und Projektgespräch der Gemeinde Friedewald

Die Gemeinde Friedewald zeichnet sich bereits heute durch einen attraktiven Lebensraum, gute Infrastruktur und vielfältige kulturelle sowie soziale Angebote aus. In seiner Einführung erläuterte Prof. Dr. Wolfgang George den Anwesenden, dass es wichtig sei, diese Stärken im Rahmen der Standortentwicklung miteinander zu verknüpfen und zu kommunizieren.

Die Nachfrage der Verbraucher nach regionalen Produkten und Dienstleistungen als auch deren Produktion gewinnt in immer mehr ländlichen Regionen Deutschlands an Bedeutung. Die gegenwärtige landwirtschaftliche Produktion muss sich den harten Anforderungen des Weltmarktes stellen. Kann beides zusammen gehen? Besitzen unter diesen Bedingungen Regionalvermarktung und die Bildung regionaler Erzeugergemeinschaften eine wirtschaftliche Chance? Unter anderem mit diesen Fragen beschäftigten sich die Besucher des Informationsgesprächs im Dorfgemeinschaftshaus Motzfeld.

Weil die heimischen Produkte in einer ersten Betrachtung oft teurer als überregional produzierte Ware erscheinen, stellt die nachhaltig erfolgreiche Vermarktung solcher regional produzierter Güter eine besondere Herausforderung für die Akteure vor Ort dar. Zugleich wurde im Verlauf des Gesprächs deutlich, wie regionale Wertschöpfungsketten organisiert werden können und welche Rollen hier beispielsweise Landwirte bzw. das regionale Handwerk, Gewerbe und örtliche Dienstleister besitzen. Diese zugunsten neuer regionaler Wertschöpfungsketten zusammenzuführen ist ein Ziel des Friedewalder Projektes.

„Wie schaffen wir es, dass auch unsere Kinder zukünftig gut in Friedewald leben können? Können wir dabei auf den Bäcker, den Metzger vor Ort verzichten? Ist es nicht weiterhin wichtig, die verschiedenen Handwerker, Gewerbetreibende, Freiberufler und intelligente Dienstleister vor Ort zu haben?“

Wenn solche und ähnliche Fragen von Bürgern, Kommunalpolitik, Gewerbetreibenden, Kirchen und Vereinsvertretern mit „Ja“ beantwortet werden, müssen Wege gefunden werden, wie dies praktisch zu organisieren ist und wirtschaftlich funktionieren kann. In einem ersten Schritt sollen die bereits vorhandenen Erzeugnisse, Akteure, Potenziale und Ressourcen identifiziert und zusammengeführt werden. Die Unterstützung des TransMIT-Instituts aus Gießen ist dabei sicher und folgt dennoch dem Lehrsatz der „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Um Lösungen auf den Weg zu bringen, wird das Thema in einer Projektgruppe fortgeführt. Wer über eigene Ideen möglicher Existenzgründungen bzw. nützliche Erfahrungen verfügt bzw. wer sich für den Erhalt bzw. Ausbau der Arbeitswelten in Friedewald engagieren möchte, ist herzlich dazu eingeladen sich bei Frau Claudia Thoms im Rathaus Friedewald (06674/9210-10 oder claudia.thomas@friedewald-hessen.de) zu melden.