Bürgermeister Martin Gröll gegen Hähnchenmastanlage im Ortsteil Hillartshausen

17.06.2011

PRESSEINFORMATION

Bürgermeister Martin Gröll hat sich gegen die geplante Hähnchenmastanlage mit 60.000 Stallplätzen im Friedewalder Ortsteil Hillartshausen ausgesprochen.

Dazu erklärte der Bürgermeister:
„Je länger man sich mit dem Thema der in Hillartshausen geplanten Intensivtierhaltungsanlage beschäftige, je mehr müsse man zum Schluss kommen, dass die Hähnchenmastanlage in der beantragten Form, rund 460 m von der nächsten Wohnbebauung, nicht genehmigungsfähig sei.
Die Genehmigungsunterlagen enthielten zwar eine Geruchsprognose für den Ort, aber kein Keimschutzgutachten, das etwas über die Luftbelastung und deren schädlichen Auswirkungen auf die Bevölkerung in der näheren Umgebung etwas aussage.
Es sei unter den Experten unstrittig, dass in der Stallluft solcher Anlage massive Konzentrationen von Bioaerosolen, Biotoxinen und Keimen vorkommen. Weil die Anlage über keine ausreichende Filterung verfüge, würden diese Stoffe unabhängig von meteorologischen Einflüssen wie Windrichtung und Windgeschwindigkeit verbreitet.
Dies stelle eine Gefahr für die Entwicklung von Atemwegserkrankungen dar.
Auch sei nicht zu verschweigen, dass in solchen Mastanlagen bei Bedarf pharmakologische Behandlungen des gesamten Hähnchenbestandes gegen bakterielle Erkrankungen der Tiere mit Antibiotika vorgenommen würden. Diese Behandlungen können zu Resistenzbildungen gegen die Antibiotikamittel führen. Die Keime, die dann antibiotikaresistent sind, werden beim Abtransport der gemästeten Tiere in die Umgebung freigesetzt und können dort krankheitsauslösend wirken.
Ohne eine bakteriensichere Abluftfilterung sei eine solche Anlage nicht genehmigungsfähig.“

„Des Weiteren sei das vorgelegte Brandschutzkonzept nicht ausreichend. Darin werde nicht auf die Evakuierung der Tiere im Brandfall eingegangen und es würden auch keine Aussagen über des Verblieb des evtl. kontaminierten Löschwassers gemacht.“

Außerdem bedauerte der Bürgermeister die mangelnden Einflussmöglichkeiten der Gemeinden bei solchen Genehmigungsverfahren. Solche Intensivtiermastanlagen gelten nämlich nach dem Baugesetzbuch als privilegierte Vorhaben der Landwirtschaft. Durch solche Vorschriften verlören die Gemeinde weitgehend ihre Steuerungsmöglichkeiten.