Gemeindevermögen wird weiter erfasst und bewertet

21.03.2016

(Das Bild zeigt Frau Carolin Hanisch und Bürgermeister Martin Gröll beim Erfassen des Gemeindevermögens.)

Wissen Sie wie viel ihre Gemeinde wert ist?
Früher wusste eigentlich niemand was eine Gemeinde in Zahlen ausgedrückt genau wert ist. Mit der Einführung der kaufmännischen Buchführung in sämtlichen Gemeindeverwaltungen des Landes Hessen wird sich dies ändern. Mit dem Jahre 2009 beginnt auch für die Gemeinde Friedewald eine völlig neue Ära der Finanzsteuerung. Erstmals muss die Gemeinde eine Eröffnungsbilanz nach dem kaufmännischen System erstellen.

Sichere Bewertung
Eine der großen Herausforderungen besteht in der Erfassung und Bewertung des Gemeindeeigentums. Seit 2006 laufen in der Gemeinde Friedewald die Vorbereitungen hierfür. Schließlich müssen aus der Kerngemeinde und den drei Ortsteilen rund 20 gemeindeeigene Gebäude und schätzungsweise 2.000 gemeindeeigene Grundstücke mit einer Fläche von rund 40 ha sowie ein Straßennetz von über 30 km Länge erfasst und bewertet werden.
Ziel ist es, die in Bezug auf die künftig zu erwirtschaftenden Abschreibungen wichtigsten Bilanzpositionen der Gemeinde möglichst genau zu erfassen und zu bewerten, um den künftigen finanziellen Spielraum nicht unnötig einzuschränken.

Kosten gering halten
Für die Gemeinde Friedewald war es aber auch wichtig, die Umstellungskosten kalkulierbar zu halten; in Zeiten knapper Haushaltsressourcen ein nicht zu unterschätzender Faktor.
Deswegen hat Bürgermeister Martin Gröll auf die interkommunale Zusammenarbeit mit den Gemeinden Hohenroda, Philippsthal, Niederaula und Schenklengsfeld gedrängt, um sich die Kosten zu teilen.
Eine zeitaufwändige und anspruchsvolle Fleißarbeit ist dabei die Erfassung und Bewertung des Vermögens der Gemeinde.
Zur Zeit ist dazu Frau Carolin Hanisch für die Gemeinde engagiert worden. Frau Hanisch wird als Praktikantin eingesetzt und ist Studierende der Betriebswirtschaft an de UNI in Kassel.

Porträt:
Frau Hanisch ist 24 Jahre alt und studiert seit rund 4 Jahre in Kassel Betriebswirtschaft. Ihr Berufswunsch ist Steuerberaterin.
Frage: Frau Hanisch, warum ist die Umstellung der Finanzsteuerung bei der Gemeinde Friedewald so wichtig?
„Das gegenwärtige System der kameralen Haushaltsführung bietet keine ausreichende Grundlage für ein leistungsfähiges modernes Rechnungssystem, dass eine umfassende Wirtschaftlichkeitskontrolle der Verwaltung ermöglicht.
Die traditionelle Kameralistik erfasst lediglich Einzahlungen und Auszahlungen.
Diese dürftigen Informationen sind hauptsächlich darauf ausgerichtet, einen Nachweis für die Einhaltung von Planvorgaben und Rechtsvorschriften zu erbringen.
Es gibt z.B. keine Möglichkeit Kosten der Aufwendungen im Verhältnis zu den erbrachten Leistungen zu erfassen.
Verlustquellen lassen sich nur schwer aufdecken. Der Wert des kommunalen Vermögens ist nicht transparent und Vermögensveränderungen sind im Haushaltsplan überhaupt nicht zu erkennen.“
Danke!